Sommer, Sonne, Sonnenschein - was gilt es zu beachten?

 

Es wird wieder heiß bei uns und deshalb haben wir für Euch die wichtigsten Tipps und Tricks zusammen geschrieben, damit der Sommer für Eure Fellnasen genauso schön, wie für Euch wird.

 

Auto - jedes Jahr wieder ein grosses Thema

Obwohl man eigentlich denkt, dass „es“ alle wissen, passiert es immer wieder: Hunde werden bei warmen Temperaturen im Auto zurückgelassen und erleiden im sich schnell aufheizenden Auto grosse Qualen - nicht selten kommt es sogar zu Todesfällen.
In Kürze, mehr darüber in dem separaten Artikel.

 

Schatten heißt das Zauberwort

Wie wir 2-Beiner, suchen auch die Hunde bei diesen Sommer-Temperaturen den Schatten. Deshalb ist es unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Hunde immer die Möglichkeit besitzen sich im Schatten aufzuhalten. Hält sich dein Hund im Garten auf, sollte die Terrassentüre immer einen Spalt offen stehen, damit er jederzeit hereinkommen kann. Schaut auch darauf, dass ihr eurem Hund schattige Plätze zur verfügung stellt, sollten keine natürlichen vorhanden sein. 

 

Wasser, Wasser und nochmals Wasser!

Bitte verlasst das Haus niemals ohne ausreichend Wasser. Egal, ob es sich nur um einen kurzen Spaziergang etc. handelt, Wasser muss mit, denn Hunde können nicht schwitzen und regulieren ihre Körpertemperatur mit Hecheln. Ein Wassermangel hat stets fatale Folgen, denn nur 10% Wasserverlust sorgt schon dafür, dass die Thermoregulation nicht mehr richtig funktioniert. Eine Überhitzung ist dann die direkte Konsequenz. Mittlerweile gibt es viele trendige Reisenäpfe, die sich einfach und schnell in jeder Handtasche verstauen lassen.
Hundehalter stellen sicher gerade an heißen Tagen die Frage, ob sie ihrem Hund Wassermelone zu fressen geben dürfen. Wassermelone ist ein gesunder Leckerbissen und hat in den Sommermonaten Hauptsaison. Die leckere Frucht ist voll mit Mineralien, hat kaum Kalorien und ist durch den hohen Wasseranteil ein super Durstlöscher. So erfrischend wie ein Stück Wassermelone auch ist, Hunde vertrage Obst generell nicht so gut wie ihre Besitzer. Das heißt allerdings nicht, dass nicht auch Hunde von den Vorteilen von Obst profitieren können. Ein Stück Wassermelone ist eine gute und schnelle Möglichkeit, deinem Hund an heißen Tagen etwas Abkühlung zu verschaffen. Hunde tollen oft herum und daher können Sie ab und an einen kleinen Durstlöscher gut gebrauchen.  Du solltest allerdings Wassermelone nur in Maßen an deinen Hund füttern. Wassermelone enthält Beta-Carotin, Magnesium, Vitamin A, Kalium und ganz besonders viel Vitamin C. All das ist gut für das Immunsystem deines Hundes. Vereinfacht gesagt machen die enthaltenen Nährstoffe gemeinsam mit dem hohen Wassergehalt und dem süßen Geschmack die Wassermelone zu einer leckeren Nascherei an heißen Tagen. Geringe Mengen Wassermelone sind sicherlich nicht schädlich für deinen Hund. Es sollte allerdings bei einer Nascherei bleiben. Die Ernährung des Hundes sollte zum größten Teil weiter aus einem qualitativ hochwertigen Hundefutter bestehen. Startet mit kleinen Stücken und entfernt die Kerne und Schale der Wassermelone. So ist die Gefahr etwas geringer, dass es zu Durchfall bei eurem Hund kommt. Alles in Maßen ist ein guter Weg deinem Hund mal etwas neues und aufregendes zu fressen zu geben.

 

Gassi-Runden bitte nur morgens oder abends

Vorsicht ist jetzt angesagt – gerade bei Spaziergängen um die Mittagszeit. Denn heißer Asphalt tut nicht nur unseren Füßen weh. Er brennt auch auf der Hundepfote. Barfuß zu laufen ist schön und macht frei. Solange es nicht über Pflastersteine oder Asphaltstraßen geht – und das vielleicht auch noch in der Mittagshitze. Denn dann wird es heiß und schmerzhaft. Was viele dabei nicht bedenken: unseren Hunden geht es dabei nicht anders. An so warmen Sommertagen sollten wir deshalb immer testen, wie heiß der Asphalt wirklich ist, auf dem unsere Hunde laufen. Denn ist er das für unsere Hände oder Füße, ist er das auch für die Hundepfoten. Um zu testen, ob er zu heiß ist, einfach die eigenen Handballen mal für ein paar Sekunden auf den Boden drücken. Ihr werdet sofort merken, wie schnell es heiß wird. Gleiches gilt auch für Sand am Strand, aufgepasst auch der kann empfindlich heiß werden. Ist es doch passiert hilft Kühlen in kaltem Wasser, Brandsalbe und ein Polsterverband. Außerdem sollte man anschließend einen Tierarzt aufsuchen, damit er das Ausmaß der Verletzung beurteilen kann.

Spaziergänge auf kühlere Tageszeiten verlegen

Wenn irgendwie möglich, sollte man an besonders heißen Tagen die Gassirunden auf den Morgen oder den Abend verlegen. Oder sonst darauf achten, die schattige Seite der Straße zu wählen – und auf heißem Asphalt kein Sitz oder Platz verlangen. Hunde besitzen nämlich ausschließlich Kältesensoren. Mit Ausnahme der Nase, wo sich die einzigen Wärmesensoren befinden. Bei Berührung mit heißen Gegenständen reagieren Hunde also mit ihren Schmerzrezeptoren. Sie nehmen den heißen Asphalt also erst dann wahr, wenn es bereits weh tut.
Generell sollte man an heißen Tagen darauf achten, anstrengende und körperliche Beschäftigungen für den Hund zu vermeiden. Wir joggen ja schließlich auch nicht in der Mittagshitze!

 

Plitsch, Platsch, Baden macht Spaß!

Foto Cristina Sanchez (www.animal-design.eu)

Hunde lieben es im Wasser zu toben und zu schwimmen. Deshalb ist ein Ausflug an den See oder einen Fluss (immer auf die Strömungen achten) das Beste an heißen Tagen. Für kleine Hunde ist ein Planschbecken oder eine Plastikwanne perfekt zum Abkühlen. Damit der Hund keinen Kälteschock erleidet, am besten das Wasser kurz stehen lassen, damit es etwas aufheizen kann.

Doch auch beim Baden ist Vorsicht geboten. Relativ unbekannt ist leider das Phänomen der sogenannte Wasservergiftung. Was liegt näher, als den heißen Sommertag am Wochenende mit seinem Schützling gemütlich am See zu verbringen und sich hin und wieder im Wasser abzukühlen? Vorsicht sollte jedoch bei zu exzessivem Spielen geboten sein! Besonders leicht zu animierende und apportierfreudige Hunde neigen dazu, sich zu überanstrengen, viel Wasser zu trinken und z.B. beim Ballspielen im See noch zusätzlich Wasser aufzunehmen. Dies kann zu einer sogenannten hypotonen Hyperhydratation ("Wasservergiftung") führen, welche im schlimmsten Fall tödlich enden kann.
Was passiert im Körper?
Der Hund nimmt Wasser auf, aber viel zu wenig Salz. Da die Nieren einen gewissen Salzgehalt benötigen, um ordentlich arbeiten zu können und Urin zu produzieren, ist der Körper nicht in der Lage ausreichend Wasser auszuscheiden. Es kommt zu einem Natriummangel, das überschüssige Wasser verbleibt in den Blutgefäßen, reichert sich in verschiedenen Geweben an und führt zu Organschäden. Besonders schlimme Folgen haben diese Wassereinlagerungen (Ödeme) im Gehirn.
Erste Symptome beinhalten Schwäche, Schwindel, Inappetenz, Bewusstseinsstörungen, vermehrtes Speicheln, Übelkeit und Erbrechen. Bei schwerwiegenden Verläufen kann es jedoch auch zu erweiterten Pupillen, Krampfanfällen, Koma und Tod kommen.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme empfiehlt es sich Salz (z.B. in Form von Salzkeksen) anzubieten, in jedem Fall sollte aber auch bei leichten Symptomen (z.B. Schwanken) umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, da der Krankheitsverlauf auch bei sofortigem Wasseraufnahmestopp zunächst weiter voranschreitet. Da verschiedene Erkrankungen diese Symptome verursachen können, sollte der Tierarzt unbedingt über die Vermutung in Kenntnis gesetzt werden, damit er zielgerichtet und schnell behandeln kann.
 

 

Lecker, Schmecker: Hunde-Eis

Eine richtig tolle Erfrischung ist Hunde-Eis. Das könnt ihr ganz einfach am Vortag schon zubereiten: Selbstgemacht ist es am besten, weil man dann wirklich weiß, was drin ist. Jede Menge Rezepte findet ihr im Netz. Unser Favorit ist Leberwurst: einfach 150g Hüttenkäse, 2 EL Leberwurst und 1EL Lein-Öl, ab damit in die Gefriertruhe und schon kann der Sommer kommen.

 


Sommerfrisuren sind nicht hip!

Hunde schwitzen aufgrund ihrer speziellen Thermoregulation nicht über die Haut und Körperoberfläche, was bei der Frisuren-Wahl unbedingt beachtet werden sollte. Golden Retriever, Leonberger, Möpse, Labradore, Schäferhunde und Huskys zum Beispiel besitzen ein zweischichtiges Fell und sollten deshalb niemals komplett geschoren werden. Gerade das Deckhaar, das den Hund vor äußeren Einflüssen wie Sonne, Wind, Regen, Kälte, Schmutz etc. schützt, wird bei Friseurbesuchen oft abrasiert, während die Unterwolle meistens bestehen bleibt. Das hat zur Folge, dass die Unterwolle immer mehr sprießt und rasant verfilzt. Die erhoffte Erleichterung für den Hund tritt deswegen leider nicht ein, eher das Gegenteil, es verschlimmert sich!

Durch die Aktivierung der Unterwolle erhält der Hund jetzt noch weniger Kühlung als vorher. Außerdem haben Parasiten, Wind, Wasser und Sonne jetzt ungehinderten Einlass auf die Hundehaut. Sonnenbrand, Mückenstiche und Zeckenbisse sind nicht selten die Folge!

 

Hitzschlag, was tun?

Obwohl Ihr alles Tipps berücksichtigt habt, ist es passiert: Euer Liebling hat einen Hitzeschlag erlitten! Wir helfen Euch und sagen, was zu tun ist. Wichtig ist, die Symptome richtig zu deuten. Diese können sein: starkes Hecheln, erhöhte Herzfrequenz, Atemnot, Muskelzittern, Schwächeln, Taumeln uvm.
 
Zeigt Euer Hund diese Symptome hilft eine sofortige Kühlung mit nassen Tüchern oder Abduschen (vor allem die Brust und der Bauch sollte abgeduscht werden). Wichtig: kein eiskaltes Wasser nehmen, da sonst der nächste Schock droht. Eine Überhitzung kommt nicht selten ohne eine Dehydrierung, deshalb sollte man dem Hund sofort Wasser anbieten oder eine Infusion durch den Tierarzt geben lassen. Sobald eine Temperatur von 39 Grad erreicht wird kann mit der externen Kühlung aufgehört werden. Ein Fieberthermometer ist notwendig und gehört auch aus diesem Grund in jede Hunde-Notfall-Apotheke.

 

Damit wünschen wir allen einen schönen Sommer.

Foto Cristina Sanchez (www.animal-design.eu)